Vorwort

Der CVJM Landesverband Ostfriesland e.V. möchte für seine Teilnehmenden, sowie ehren– und hauptamtlichen Mitarbeitenden ein sicherer Ort sein.

Dieses Schutzkonzept soll die Prävention sexualisierter Gewalt verfolgen. Unser Anliegen ist es, dass die Menschen, die mit, im und für den Landesverband unterwegs sind, positive Erfahrungen in sicheren Räumen machen können.

Damit uns das gelingt, möchten wir diese Räume und das Miteinander aktiv gestalten. Als Grundlage dafür soll dieses Schutzkonzept dienen, welches immer wieder auf seine Aktualität hin geprüft und weiterentwickelt wird. Diese Entwicklung geschieht in den unterschiedlichen Gremien des Landesverbandes und unter Beteiligung der unterschiedlichen Mitarbeitenden. Die Verantwortung dafür übernimmt der Vorstand des Landesverbandes.

Wir hoffen sehr, dass wir dazu beitragen können, ein sicherer Ort für die uns anvertrauten Menschen sein zu können. Wir danken allen, die uns in diesem Herzensanliegen unterstützen.

Leitbild

1. Die Arbeit des CVJM geschieht auf der Grundlage der Pariser Basis des Weltbundes der CVJM und der Zusatzerklärung des CVJM Gesamtverbandes in Deutschland

Die Christlichen Vereine junger Männer haben den Zweck, solche jungen Männer miteinander zu verbinden, welche Jesus Christus nach der Heiligen Schrift als ihren Gott und Heiland anerkennen, in ihrem Glauben und Leben seine Jünger sein und gemeinsam danach trachten wollen, das Reich ihres Meisters unter jungen Männern auszubreiten. Keine an sich noch so wichtige Meinungsverschiedenheit über Gegenstände, die diesem Zwecke fremd sind, sollte die Eintracht brüderlicher Beziehungen der verbundenen Vereine stören " (Paris 1855)

Die CVJM sind als eine Vereinigung junger Männer entstanden Heute steht die Mitgliedschaft allen offen: Männer und Frauen, Jungen und Mädchen aus allen Völkern, Konfessionen und sozialen Schichten bilden die weltweite Gemeinschaft im CVJM. Die Pariser Basis gilt heute im CVJM-Gesamtverband Deutschland e. V. für die Arbeit mit allen jungen Menschen " (Kassel 1985/2002)

2. Die Mitarbeitenden des CVJM sind im Glauben an Jesus Christus miteinander verbunden Sie gehören verschiedenen christlichen Kirchen an. Der CVJM ist Teil der weltweiten Gemeinde Jesu Christi. Seine missionarische Arbeit trägt zum Aufbau der Gemeinde bei. Der CVJM sucht die Zusammenarbeit mit den christlichen Kirchen.

3. Die ehrenamtliche Mitarbeit ist im CVJM von wesentlicher Bedeutung. Ehrenamtliche und Hauptamtliche arbeiten partnerschaftlich zusammen.

4. Die Teilnahme an den Programmen des CVJM steht Jungen und Mädchen, Frauen und Männern aus allen sozialen ethnischen, kulturellen und religiösen Gruppen offen. Die Angebote tragen zu gegenseitigem Verständnis und Respekt bei.

5. Im CVJM erleben vor allem junge Erwachsene, Jugendliche und Kinder die Liebe Gottes durch persönliche Zuwendung und Begleitung und werden zum Glauben an Jesus Christus eingeladen.

6. In der Gemeinschaft des CVJM sollen alle Wertschätzung erfahren, ihre Begabungen entdecken und entfalten und ihren Fähigkeiten entsprechend Verantwortung übernehmen.

7. Die Arbeit des CVJM geschieht ganzheitlich. Sie sieht den Menschen als Einheit von Geist, Seele und Leib, in seiner Beziehung zu sich selbst, zu anderen Menschen, zur Schöpfung und zu Gott. Sie geschieht in vielfältigen Formen der Jugendarbeit, der Jugendbildungs- und Jugendsozialarbeit

8. Der CVJM ist ein demokratisch verfasster Jugendverband. Er vertritt jugendpolitisch die Interessen junger Menschen und unterstützt sie in der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung.

9. Die CVJM sind regional, national und international vernetzt und bieten dadurch jungen Menschen die Chance, durch Begegnung und Austausch voneinander zu lernen und sich für ein gerechteres Zusammenleben m der Welt einzusetzen.

Beschlossen vom Hauptausschuss des CVJM Gesamtverbandes in Deutschland e.V. am 13.04.2002

Unsere Haltung im CVJM Landesverband Ostfriesland e.V.

Ausgehend vom Leitbild des CVJM Deutschland konkretisieren wir für unseren Landesverband folgende Grundhaltungen und Schwerpunkte. Sie prägen unser Miteinander, unser pädagogisches Handeln und unser Verständnis von Schutz und Verantwortung.

1. Unser geistliches Selbstverständnis

Wir öffnen Räume für die Begegnung mit dem liebevollen Gott, der sich in Jesus Christus den Menschen zugewandt hat. Auf dem Weg zum Reich Gottes wollen wir Menschen mit den Augen sehen, mit denen Gott sie sieht.

Wir schaffen Gelegenheiten, Gott kennenzulernen, und ermöglichen gemeinschaftliche Erfahrungen, in denen am „Reich Gottes“ gebaut werden kann.

2. Unser Menschenbild

Wir vermitteln ein positives, wertschätzendes Menschenbild und tragen so zu einem gelingenden Miteinander bei.

Unsere Angebote sprechen Körper, Seele und Geist gleichermaßen an und fördern eine ganzheitliche Entwicklung.

Wir schaffen Räume, in denen Menschen sich ausprobieren und entfalten können, um zu einer gelingenden Lebensführung zu finden.

3. Unser Verständnis von Schutz und Sicherheit

Wir bieten Menschen einen sicheren Ort, an dem sie vor Gewalt geschützt sind.

Menschen mit ihren Sorgen, Ängsten und Nöten finden bei uns Gehör, Begleitung und einen geschützten Raum.

Verhaltenskodex

Der folgende Verhaltenskodex gilt für alle ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden des CVJM Landesverbandes Ostfriesland e.V. Er dient als verbindliche Orientierung für einen respektvollen, wertschätzenden und achtsamen Umgang miteinander und trägt maßgeblich zur Prävention von Grenzverletzungen und (sexualisierter) Gewalt bei.

Der Verhaltenskodex wurde vom Vorstand des Landesverbandes auf Grundlage des sogenannten Ampelsystems entwickelt. Er wird fortlaufend überprüft, ergänzt und weiterentwickelt werden.

Das Ampelsystem unterscheidet zwischen drei Kategorien:

  • Grün – gewolltes Verhalten
  • Gelb – Verhalten, das in begründeten Ausnahmefällen erlaubt ist
  • Rot – Verhalten, das unter allen Umständen untersagt ist

Für jede Maßnahme des Landesverbandes wird in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Team ein eigener, maßnahmenspezifischer Verhaltenskodex erstellt. Dieser wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst, um eine passgenaue Ausrichtung auf Zielgruppe, Ort und Rahmenbedingungen der jeweiligen Maßnahme sicherzustellen.

Grün – gewolltes Verhalten

  • „Nein“ heißt „Nein“ und wird jederzeit akzeptiert, z. B. bei Spielen mit Körperkontakt.
  • Grenzachtendes Verhalten ist ausdrücklich erwünscht.
  • Die persönlichen Grenzen von Teilnehmenden und Mitarbeitenden werden respektiert.
  • Der Wunsch nach Distanz wird stets akzeptiert.
  • Zur Begrüßung wird ein Handschlag angeboten, nicht eingefordert.
  • Wünsche von Teilnehmenden werden gehört und ernst genommen, z. B. bei der Einteilung von Zimmern oder Zelten.
  • Personen werden so angesprochen, wie sie es selbst wünschen (z. B. Name oder Spitzname).
  • Personenbezogene Daten werden gemäß der aktuell gültigen Datenschutz-Grundverordnung verarbeitet und gespeichert.
  • Fotos von Personen werden nur veröffentlicht, wenn eine entsprechende Einverständniserklärung vorliegt. Vor der Veröffentlichung werden alle Bilder sorgfältig durch das Mehraugenprinzip geprüft, um eine unvorteilhafte oder entwürdigende Darstellung zu vermeiden.
  • Mit sensiblen Informationen (z. B. zu Krankheiten oder persönlichen Umständen) wird verantwortungsvoll und vertraulich umgegangen.
  • Mitarbeitende achten aktiv auf die Einhaltung von Grenzen und greifen bei Bedarf ein.
  • Bei Berührungen, z. B. bei Segenshandlungen oder Spielen, werden kontaktfreie Alternativen angeboten. Teilnehmende haben stets eine Wahlmöglichkeit; ihre Entscheidungen werden akzeptiert und nicht hinterfragt.
  • Es werden bewusst alternative, kontaktlose Formen zu bekannten und traditionellen Vorgehensweisen etabliert, bei denen Körperkontakt üblich ist (z. B. bei Spielen, Abschiedsritualen, Andachten, Segnungen oder Gebeten).
  • Traditionelle oder allgemein bekannte Verhaltensweisen werden erklärt, damit sich niemand ausgeschlossen oder unsicher fühlt.

Gelb – in begründeten Ausnahmefällen erlaubt

  • Spiele mit Körperkontakt werden ausschließlich auf freiwilliger Basis angeboten. Mitarbeitende werden angehalten, alternative Spielmöglichkeiten vorzubereiten.
  • Körperkontakt mit gegenseitigem Einverständnis, z. B. Umarmungen zur Begrüßung, ist erlaubt.
  • Körperkontakt in akuten Gefahrensituationen wie z.B. bei Gefahr im Straßenverkehr ist zulässig.
  • Autofahrten zu zweit (haupt- oder ehrenamtlich) sind in begründeten Ausnahmefällen erlaubt. Bei minderjährigen Teilnehmenden oder Mitarbeitenden sollte der Beifahrersitz freigelassen werden.
  • Zweiersituationen, z. B. Reflexions- oder Seelsorgegespräche, sind erlaubt. Der Gesprächsort ist bewusst zu wählen (z. B. offene Tür, Sichtkontakt zu anderen Mitarbeitenden, angemessener Abstand). Andere Mitarbeitende müssen über das Stattfinden, nicht jedoch über den Inhalt des Gesprächs informiert sein.
    Handelt es sich um ein Anliegen aufgrund grenzverletzenden oder gewalttätigen Verhaltens, ist die Leitung durch die betreffende Mitarbeitendenperson einzubeziehen.
  • Mitarbeitende ohne gültige Juleica dürfen nur in begründeten Ausnahmefällen an Maßnahmen mitwirken und müssen vor Beginn eine Präventionsunterweisung erhalten.

Rot – unter allen Umständen verboten

  • Grenzverletzendes Verhalten wird nicht toleriert, angesprochen und hat Konsequenzen.
  • Körperkontakt gegen den Willen von Teilnehmenden oder Mitarbeitenden ist untersagt.
  • Die Weitergabe privater Kontaktdaten Dritter ohne deren Einverständnis ist verboten.
  • Mitarbeitende halten sich nicht allein mit Teilnehmenden in Schlafräumen oder Zelten auf, sofern dies nicht zwingend erforderlich ist.
  • Berührungen im Intimbereich sind untersagt.
  • Die Verwendung sexualisierter Sprache ist verboten.
  • Teilnehmende und Mitarbeitende werden nicht mit allgemeinen Kosenamen (z. B. „ihr Süßen“) angesprochen.
  • Nacktheit ist auf allen Maßnahmen untersagt.

Potenzial - und Risikoanalyse

In der Verhaltensampel wurde bereits festgelegt, wie z.B. der Umgang miteinander im CVJM Landesverband Ostfriesland e.V. gestaltet werden soll. Im Bereich der Potenzial – und Risikoanalyse sollen noch einmal gezielt Punkte in den Blick genommen werden, um ein Risiko möglichst zu minimieren. Ziel ist es, alle Mitarbeitenden zu sensibilisieren und für Tatpersonen einen möglichst engen Handlungsspielraum zu stecken.

Folgende Schwerpunkte sollen konkret angeschaut werden:

  • Personenbezogenes Gefährdungsrisiko
  • Örtliche Gefährdungsrisiken
  • Strukturelles Gefährdungsrisiko

Personenbezogenes Gefährdungsrisiko

Im CVJM übernehmen viele unterschiedliche Personen Leitungsverantwortung. Damit diese Verantwortung auch im Rahmen des Schutzkonzepts bewusst und verlässlich wahrgenommen wird, werden die Verantwortlichen nicht nur in das Schutzkonzept eingeführt und auf dessen Einhaltung verpflichtet. Darüber hinaus werden sie dafür sensibilisiert, dass es zu ihren Aufgaben gehört, das Schutzkonzept aktiv und lebendig zu halten. Dazu zählt beispielsweise, Räumlichkeiten im Hinblick auf Schutzmaßnahmen in den Blick zu nehmen sowie gemeinsam mit den weiteren Mitarbeitenden die daraus entstehenden Konsequenzen zu reflektieren und umzusetzen.

Zudem ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass Leitungsverantwortung immer auch das Risiko von Machtmissbrauch mit sich bringen kann. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, legt der Landesverband für Personen in Leitungsverantwortung folgende Standards fest:

  • Leitung möglichst aus zwei Personen besetzt
  • Mindestalter der Leitung: 18
  • Mindestalter von Mitarbeitenden: 16
  • Kenntnis des Schutzkonzeptes und Nachweis einer gültigen Basisschulung nach EKD – Standard
  • Gültige Juleica
  • Aktuelles erweitertes Führungszeugnis
  • Erste – Hilfe – Kurs
  • Unterzeichnung der Selbstverpflichtungserklärung  

Achtsamkeit bei Freizeiten, Seminaren und Maßnahmen mit Übernachtung

Maßnahmen mit Übernachtung erfordern eine besondere Sensibilität. Damit alle sich wohlfühlen können gelten im CVJM Landesverband Ostfriesland e.V. die folgenden Standards:

  • Übernachtungen finden in Einzelzimmern oder geschlechtergetrennt (biologisches Geschlecht) und altersgerecht in Mehrbettzimmern statt
  • Zimmerwünsche werden ernst genommen und berücksichtigt, soweit sie den Standards nicht widersprechen
  • Wenn sich Teilnehmende als genderneutral identifizieren wird geprüft in wie weit eine genderneutrale Unterbringung möglich ist
  • Ehrenamtliche Leitungspersonen dürfen nicht mit Teilnehmenden in einem Zimmer übernachten
  • Hauptamtliche dürfen nicht mit Ehrenamtlichen oder Teilnehmenden in einem Zimmer übernachten
  • Leitungspersonen erhalten ein Einzel – oder Doppelzimmer

Vertrauliche Gespräche

Vertrauliche Gespräche sind wichtiger Bestandteil von einer lebendigen Arbeit im CVJM. Um mögliche Risiken zu vermeiden gelten hier folgende Standards:

  • Eine Leitungsperson wird, nach Möglichkeit im Vorfeld, über das Gespräch, Ort und Zeitpunkt informiert
  • Gesprächsorte müssen für andere Personen einsehbar sein
  • Bei größeren Veranstaltungen wird ein Awareness Team eingesetzt. Dieses besteht aus mindestens zwei Personen, die als Ansprechstelle für alle fungieren

Örtliches Gefährdungsrisiko 

Der CVJM Landesverband Ostfriesland e.V. hat seine Geschäftsstelle im Nebengebäude auf dem Gelände der Hauptwieke 37, 26802 Moormerland. Das Bürogebäude ist über eine Treppe zu erreichen und ist damit nicht barrierefrei. In den Räumlichkeiten befinden sich zwei Büros, sowie ein Badezimmer und ein Vorraum mit einer Küchenzeile. Die Schlüssel zum Büro werden über eine beauftragte Person ausgeteilt. Diese führt eine entsprechende Liste. Der Aufgang zum Büro durch die Treppe ermöglicht es in einem Ernstfall nur über diesen Weg das Büro zu verlassen. Wer eintreten möchte muss sich durch anklopfen bemerkbar machen. Nur selten kommt es zu „Laufkundschaft“, da das Büro nicht an einem zentralen Ort liegt.

Externe Veranstaltungen

Bei Freizeiten, Schulungen und anderen Maßnahmen wird das örtliche Risiko vor Beginn in den Blick genommen und schriftlich festgehalten, wenn dieses Risiko über die geltenden Regelungen hinausgeht. Die Leitung trägt dafür Sorge, dass alle Mitarbeitenden informiert werden.

Strukturelles Gefährdungsrisiko

Der CVJM Landesverband Ostfriesland e.V. ist Dachvereine der Ortsvereine im Gebiet Ostfriesland und Bindeglied zum CVJM Norddeutschland e.V. und dem CVJM Niedersachsen. Er ist Teil des diakonischen Werkes und der Landeskirche Hannover und gilt als Verband eigener Prägung.

Struktur und Kontrollstrukturen:

  • Der CVJM Landesverband Ostfriesland e.V. ist ein eingetragener Verein mit den Organen Vorstand und Delegiertenversammlung
  • Delegierte der Ortsvereine, aus dem CVJM Norddeutschland, dem Landesjugendpfarramt der Landeskirche Hannover und der evangelisch-reformierten Kirche wählen den Vorstand und beschließen auf der Delegiertenversammlung die Grundlage der Arbeit
  • Rechenschaft des Vorstandes erfolgt über die jährliche Delegiertenversammlung

Gemeinschaft im CVJM

Im CVJM entstehen Freundschaften und weitere Beziehungen, was erwünscht und ein starker Ausdruck der CVJM Gemeinschaft ist. Trotzdem bergen diese Beziehungen ein Risiko, was im Blick behalten und ggf. benannt werden muss.

Beschwerdewege und Ansprechpersonen

Ansprechperson im CVJM Landesverband Ostfriesland e.V. 

Um einen verantwortungsvollen Umgang mit Verdachtsfällen, Grenzverletzungen und Fällen sexualisierter Gewalt sicherzustellen, benennt der CVJM Landesverband Ostfriesland e.V. verbindliche Ansprechpersonen. Diese stehen Mitarbeitenden, Teilnehmenden sowie Eltern und Sorgeberechtigten bei Fragen, Unsicherheiten oder konkreten Beobachtungen beratend und unterstützend zur Seite.

Der CVJM Landesverband Ostfriesland e.V. kooperiert hierfür mit den CVJM Landesverbänden Hannover und Oldenburg. Durch diese Zusammenarbeit wird eine fachlich qualifizierte, unabhängige und gut erreichbare Ansprechstruktur gewährleistet.

Bei Fragen oder Anliegen im Themenfeld (sexualisierte) Gewalt können sich Betroffene oder Ratsuchende vertrauensvoll an folgende Ansprechperson wenden:

Verena Loges
Landeswartin / Bildungsreferentin
CVJM Landesverband Hannover e.V.
E-Mail: loges@cvjm-lvh.de
Telefon: 0171 97021

Beschwerdewege im CVJM Landesverband Ostfriesland e.V.

Uns ist es wichtig, dass im CVJM Landesverband Ostfriesland e.V. alle Mitarbeitenden, Teilnehmenden und Beteiligten die Möglichkeit haben, Feedback, Kritik oder Beschwerden einzubringen. Jede Rückmeldung wird ernst genommen und sorgfältig bearbeitet.

Um die Rückmeldung möglichst niedrigschwellig zu gestalten, steht ein online Beschwerdeformular und eine Beschwerde-E-Mail-Adresse zur Verfügung.

Das Formular kann jederzeit über die Homepage abgerufen werden:

https://www.cvjm-ostfriesland.de/de/ueber-uns/beschwerde.html

E-Mail-Adresse für Beschwerden:

beschwerde@cvjm-ostfriesland.de

Themen, die über den Beschwerdeweg eingebracht werden können:

  • Verstöße gegen den Verhaltenskodex durch ehren- oder hauptamtliche Mitarbeitende
  • Pädagogisches Fehlverhalten durch Ehren- oder Hauptamtliche des CVJM Landesverbandes
  • Verstöße gegen gemeinsam vereinbarte Regeln durch Teilnehmende oder Mitarbeitende
  • Erlebte Störungen, Irritationen oder unangemessene Situationen im Rahmen von Veranstaltungen oder Begegnungen

Dieser Beschwerdeweg soll allen Beteiligten einen sicheren Ort bieten, um Themen anzusprechen, Konflikte frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Bearbeitung und Zuständigkeit

Das Beschwerdeformular sowie die eingehenden E-Mails werden von einem Vorstandsmitglied des Landesverbandes und der zuständigen hauptamtlichen Fachkraft des Landesverbandes abgerufen und bearbeitet.[1]

Ist eine dieser Personen selbst von der Beschwerde betroffen, übernimmt jeweils die andere Ansprechperson die Bearbeitung der Anfrage.

Alle Beschwerden werden vertraulich behandelt und bei Bedarf im Vorstand des Landesverbandes weiterbearbeitet. Rückmeldungen werden dokumentiert und, soweit notwendig, an die entsprechenden Stellen (z.B. Ortsvereine) weitergeleitet, um eine angemessene Bearbeitung sicherzustellen.



[1] Derzeit wird diese Aufgabe von Claus Dreier, 2.Vorsitz, wahrgenommen

Schulungen

Schulungen stellen eine der zentralen Aufgaben des CVJM Landesverbandes Ostfriesland e.V. dar. Sie dienen sowohl der Prävention als auch dazu, dass Mitarbeitende sich in ihrem jeweiligen Handlungsfeld sicher bewegen können. Darüber hinaus bilden sie die Grundlage für einen bewussten, verantwortungsvollen und achtsamen Umgang mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Der CVJM Landesverband Ostfriesland e.V. bietet regelmäßig folgende Schulungen für ehren- und/oder hauptamtliche Mitarbeitende an:

Juleica-Schulung

Die Juleica-Schulung bildet den Grundstein für das ehrenamtliche Engagement. Ziel der Schulung ist es, dass Mitarbeitende grundlegende Kompetenzen für ihre Tätigkeit erwerben. Dazu gehören unter anderem rechtliche Grundlagen der Kinder- und Jugendarbeit, Kenntnisse zur Gruppendynamik sowie zur Programm- und Angebotsplanung.

Ein wesentlicher Bestandteil der Schulung ist der Bereich Prävention sexualisierter Gewalt. In diesem Modul erwerben die Teilnehmenden grundlegende Kenntnisse, beispielsweise zum achtsamen Umgang mit Nähe und Distanz, zu den Bedürfnissen von Teilnehmenden sowie zu zentralen Begriffen wie Grenzverletzung und sexualisierte Gewalt.

Die Schulung wird von qualifiziertem Personal durchgeführt. Alle Teilnehmenden erhalten im Anschluss ein Teilnahmezertifikat.

Basisschulungen

Zweimal jährlich bietet der Landesverband eine Basisschulung im Bereich Prävention sexualisierter Gewalt nach dem EKD-Standard „hinschauen – helfen – handeln“ an. Die Schulungen werden von hierfür ausgebildeten Multiplikator*innen durchgeführt.

Inhalte der Schulung sind unter anderem:

  • Grundlegende Begriffe zum Themenfeld z.B. sexualisierte Gewalt
  • Umgang mit Nähe und Distanz
  • Intervention bei (Verdachts-)fällen
  • Strategien von Tatpersonen
  • Präventionsmöglichkeiten
  • Erarbeitung des Themas durch Fallbeispiele

Die Termine für beide Schulungsangebote sind auf der Website des Landesverbandes einsehbar.

Personalverantwortung

Im CVJM Landesverband Ostfriesland e.V. wird die Personalverantwortung als Verantwortung für die Ehren – und Hauptamtlichen Mitarbeitenden verstanden. Verbindlich formulierte Standards sollen schaffen Transparenz und tragen zu einer qualitätsvollen Arbeit im Bereich Prävention (sexualisierter) Gewalt bei.

Für Ehren- und Hauptamtliche Mitarbeitende, sowie für Bewerbungsverfahren gelten folgende Standards:

Für alle Ehren – und Hauptamtlichen Mitarbeitende:

  • Nachweis einer gültigen Basisschulung nach EKD-Standard
  • Neue Ehren – und Hauptamtliche Mitarbeitende werden auf das Schutzkonzept sensibilisiert und es wird ihnen in der aktuell gültigen Fassung ausgehändigt
  • Unterzeichnung der Selbstverpflichtungserklärung sowie der Zustimmung zum aktuell gültigen Schutzkonzept
  • Vorlage eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses (nicht älter als sechs Monate). Im Büro des Landesverbandes kann eine Vorlage zur Beantragung erbeten werden. Diese regelt auch die Kostenübernahme.

Zusätzlich für ehrenamtliche Mitarbeitende ab 16 Jahren in der aktiven Kinder – und Jugendarbeit:

  • Nachweis einer gültigen Juleica
  • Nachweis eines gültigem 1. Hilfe Kurses[1]

Für Bewerbungsverfahren:

  • In Stellenausschreibungen wird auf das Schutzkonzept verwiesen
  • In Vorstellungsgesprächen werden standardisiert Fragen zum Thema (Prävention) sexualisierte Gewalt gestellt

Die Gültigkeit der Nachweise beträgt drei Jahre. Nach Fristablauf werden die erforderlichen Nachweise durch den Landesverband erneut angefordert und sind entsprechend vorzulegen.



[1] Die Verpflichtung umfasst ebenfalls die hauptamtliche Fachkraft des Landesverbandes

Partizipation

Wir verstehen Partizipation als einen wesentlichen Grundpfeiler unserer Arbeit im CVJM. Beteiligung und Mitgestaltung tragen dazu bei, Verantwortung gemeinsam wahrzunehmen, unterschiedliche Perspektiven einzubringen und Entscheidungen transparent zu gestalten. Dadurch wird auch das Schutzkonzept kontinuierlich weiterentwickelt und im Alltag verankert.

Im CVJM Landesverband Ostfriesland e.V. erfolgt Partizipation insbesondere durch die Mitarbeit delegierter Personen aus den Ortsvereinen in verschiedenen Gremien. Dort werden aktuelle Themen beraten, Entwicklungen reflektiert und auch Fragen rund um das Schutzkonzept regelmäßig aufgegriffen. Der kontinuierliche Austausch unterstützt dabei, das Schutzkonzept lebendig zu halten und an neue Herausforderungen sowie Erfahrungen aus der Praxis anzupassen.

Ein besonderer Fokus liegt darauf, den Verhaltenskodex und weitere Schutzmaßnahmen regelmäßig zu überprüfen, weiterzuentwickeln und gegebenenfalls zu ergänzen. So soll sichergestellt werden, dass Schutz, Achtsamkeit und Verantwortungsbewusstsein dauerhaft Bestandteil der gemeinsamen Arbeit bleiben.

Die Partizipation im CVJM Landesverband Ostfriesland e.V. erfolgt insbesondere durch die Mitarbeit in folgenden Gremien:

  • dem Vorstand des Landesverbandes
  • der Delegiertenversammlung
  • dem Landesarbeitskreis

Interventionsplan

Zum Schutz der Menschen in unserem Landesverband ist es uns wichtig, ein klares und strukturiertes Vorgehen in (Verdachts-)Fällen von (sexualisierter) Gewalt zu gewährleisten. Grundlage hierfür ist ein Interventionsplan, der allen Beteiligten Orientierung und Sicherheit bietet.

Interventionspläne unterstützen dabei, verbindliche Handlungsschritte einzuhalten, schaffen Transparenz, geben Sicherheit und schützen sowohl betroffene als auch handelnde Personen. Sie sind für alle Beteiligten verbindlich.

Der CVJM Landesverband Ostfriesland e.V. orientiert sich an einem Interventionsplan, der in Zusammenarbeit mit den CVJM-Landesverbänden Oldenburg und Hannover erarbeitet wurde. Bei einer Meldung erfolgt eine enge Abstimmung zwischen den beteiligten Verbänden.

Der Interventionsplan ist allen Mitarbeitenden des Landesverbandes bekannt und wird im Rahmen der Juleica-Schulung allen neuen Mitarbeitenden vorgestellt.

Mitarbeitenden werden zu den Checklisten zum Umgang mit Verdachtsfällen an die Hand gegeben. Diese, sowie die Version mit Erläuterungen zum Interventionsplan können über den folgenden Link heruntergeladen werden: Link einfügen

Die Meldung von grenzverletzendem Verhalten / (sexualisierter) Gewalt kann über den folgenden Link erfolgen: https://www.cvjmlvol.de/meldung-intervention/

Ansprechstellen

Begleitung, Beratung und Unterstützung können jederzeit beim zuständigen Jugendamt vor Ort sowie bei weiteren Fachstellen und Organisationen mit dem Schwerpunkt Kinderschutz und dem Umgang mit sexualisierter Gewalt in Anspruch genommen werden.

Die folgende Übersicht enthält eine Auswahl möglicher Anlaufstellen, an die sich Betroffene, Angehörige, Mitarbeitende sowie weitere Ratsuchende wenden können. Die Auflistung dient der Orientierung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Anlaufstelle

Zielgruppe

Schwerpunkt / Angebot

Kontakt / Erreichbarkeit

Kinderschutz im Landkreis Leer

Kinder, Jugendliche, Eltern

Informationen & Maßnahmen zum Kinderschutz

Tel.: 0800 5134567 (kostenlos)

E-Mail: jugendamt@lkleer.de

Kinderschutzbund Leer e.V.

Kinder, Jugendliche, Familien

Beratung, Unterstützung, Prävention

Tel.: 0491 62501

E-Mail: info@kinderschutzbund-leer.de

Frauen- und Kinderschutzhaus Leer

Betroffene von Gewalt

Schutz, Notunterbringung, Beratung

Tel.: 0491 65898

Beratungs- und Interventionsstelle (BISS)

Betroffene, Angehörige

Beratung bei häuslicher Gewalt, Krisenintervention

Tel.: 0491 926-2882

Zartbitter e.V.

Betroffene, Angehörige, Fachkräfte

Kontakt- & Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch

https://zartbitter.de

Zentrale Anlaufstelle help. (kirchlich)

Betroffene, Angehörige, Mitarbeitende

Beratung zu sexualisierter Gewalt in kirchlichem Kontext

E-Mail: zentrale@anlaufstelle.help Tel.: 0800 5040112

 

Hilfetelefon „Sexueller Missbrauch“

 

 

Betroffene, Angehörige, Fachkräfte

 

 

Telefon- & Onlineberatung, anonym & kostenfrei

 

 

https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/hilfe-telefon

Tel.: 0800 2255-530

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

Frauen

Beratung, Information, Unterstützung

Tel.: 116 016

Hilfetelefon „Gewalt an Männern“

Männer

Beratung & Unterstützung bei Gewalt

Tel.: 0800 1239900

WEISSER RING – Opfertelefon

Alle Betroffenen von Gewalt

Beratung, Opferhilfe, Begleitung

Tel.: 116 006

https://weisser-ring.de

Service-Hotline Unabhängige Kommission

Alle Betroffenen

Beratung & Unterstützung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

Tel.: 0800 40 300 40

Nummer gegen Kummer – Kinder & Jugend

Kinder, Jugendliche

Telefonische & Onlineberatung, anonym & kostenfrei

Tel.: 116 111

https://www.nummergegenkummer.de

Nummer gegen Kummer – Eltern

Eltern

Telefonische & Onlineberatung, anonym & kostenfrei

Tel.: 0800 111 0550

https://www.nummergegenkummer.de/elternberatung/

Fachberatung Kinderschutz Niedersachsen

Kinder, Jugendliche, Eltern

Beratung bei sexuellem Missbrauch & Kinderschutz

Tel.: 0511 120 71 20 E-Mail: anlaufstelle@mk.niedersachsen.de Website