Hoffnungsträger*innen gesucht!

08.04.2020 19:47 - CVJM-Landesverband Ostfriesland e.V.

Liebe Hoffnungsträger*innen!

Ich laufe durch die Straßen. An meiner Seite unsere Hündin. Sie nimmt den Schmerz nicht wahr, der in diesen Tagen liegt. Egal wem ich begegne, ich habe das Gefühl, schnell an ihnen vorbeigehen zu müssen. Tausend Fragen schwirren mir durch den Kopf – wird sich jemand aus meiner Familie oder meinem Freundeskreis mit dem Corona –Virus infizieren? Bin ich selbst vorsichtig genug? Bin ich vorbereitet? Wird unser Jungscharcamp stattfinden? Wie sollen wir mit Stornierungen in Rorichmoor umgehen? Wie lange wird das dauern? Wie werde ich Ostern verbringen? Was kann ich tun?

Unsere Hündin spaziert unbedacht weiter. Hündin müsste man sein, denke ich. Mein Blick schweift über die Häuser, an denen wir vorbeikommen. Ich mag es, beim spaziergehen zu schauen, wie andere ihren Vorgarten gestalten, oder was sie in ihre Fenster hängen. Ein Fensterschmuck lässt mich langsamer werden. Wer hat denn jetzt noch seinen Herrnhuter Stern im Fenster hängen – schießt es mir durch den Kopf. Eindeutig überfällig ihn abzunehmen.

Wir laufen weiter. Irgendwie geht mir dieser Stern nicht aus dem Kopf. Und plötzlich kommt es mir in den Sinn. Wenn nicht jetzt einen Stern haben, der den Weg weist, wann dann? Wahrscheinlich ist es genau jetzt angebracht, Licht und Hoffnung in die Häuser zu bringen. Aber ich war viel zu sehr abgelenkt von den ganzen Fragen, die mich umtreiben.

„Wer wird uns nur den schweren Stein vor der Grabkammer beiseite wälzen?“ (Markus 16,3) fragten sich die Frauen, die sich am Sonntagmorgen auf dem Weg zur Grabstelle Jesu machten.

Irgendwie schwingt auch hier schon Sorge mit, bevor das Ziel überhaupt in Sicht ist. Verständlich. Konnte ja irgendwie auch keiner ahnen, was sie Großes erwarten würde, auch wenn Jesus es zuvor einige Male angekündigt hatte. Wir vertrauen uns selbst und unserem Verstand schließlich meistens mehr als anderen.

„Umso erstaunter waren sie, als sie merkten, dass der riesige Stein nicht mehr vor dem Grab lag.“ (Markus 16,4)

Offensichtlich können wir nicht weiter schauen, als unser Horizont es uns ermöglicht. Manchmal bin ich darüber sehr dankbar. Denn ich möchte nicht immer wissen, was hinter der nächsten Kurve auf mich wartet. Doch momentan lässt mich gerade diese Grenze meines Horizonts ins Wanken geraten.

Auch ich stehe vor der Frage, wer den großen Stein beiseite wälzen wird, und muss mir ganz ehrlich eingestehen, dass ich die Antwort nicht kenne. Selbstverständlich werde ich versuchen, kleine Steine beiseite zu tragen und gemeinsam mit anderen werden wir ein paar größere transportieren können.

Doch einer Sache bin ich mir sicher. Ich möchte die Hoffnung nicht verlieren. Ich möchte hoffnungsvoll durch die kommenden Tage gehen. Den Blick auf Ostern gerichtet. Auf den Moment, in dem der Stein vor dem Grab beiseite gewälzt wird. Nicht von mir. Er wird für mich gewälzt. Und das macht mir Hoffnung. Ich schlage den Weg in Richtung Ostern ein. Das Wunder muss nicht ich vollbringen. Das hat jemand anderes für mich vollbracht. Also sollen Gedanken der Hoffnung und Zuversicht meine Tage prägen, Sterne, Kerzen und Licht mein Haus erhellen. Ich tue, was ich kann. Ich werde Hoffnungsträgerin. Für alles andere schenke ich Vertrauen. So soll es sein.

Hoffnungsträger*in?

Auch wir in der Tagungs – und Freizeitstätte, in Rorichmoor, können derzeit nicht über den Horizont hinausblicken. In diesen Tagen liegen vor allem die Buchungen in unserem Fokus, die nach und nach abgesagt werden. Stornierungsgebühren können wir momentan nicht erheben. Das lässt uns sorgenvoll werden und wir sind uns einem bewusst: Wir können diesen Stein nicht alleine beiseite wälzen.

Selbstverständlich stellen wir Anträge für Zuschüsse und geben unser Bestes. Doch auch wenn wir nicht sehen können, was hinterm Horizont auf uns wartet, so wissen wir, dass in unserer CVJM Gemeinschaft viele Menschen unterwegs sind, die zu unseren Hoffnungsträgern*innen werden können.

100 Hoffnungsträger*innen spenden 50,00€. Das ist unser Ziel.

Wenn Du also Hoffnungsträger*in werden möchtest, freuen wir uns über eine Spende. Selbstverständlich bringt jeder Euro Hoffnung in unser Haus.

Schon jetzt sagen wir Danke!

Auf dieses Konto kann die Spende überwiesen werden:

CVJM Landesverband Ostfriesland e.V.

Bankinstitut: Raiffeisenbank Moormerland

IBAN: DE25 2856 3749 0010 2229 00

BIC: GENODEF1MML

Wir wünschen viele Kerzen, Sterne, Momente voller Hoffnung und ein gesegnetes Osterfest.

 

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